| Bleiweiß
Als kleiner Junge hatte Folke immer seine Sommerferien in Leewenstein, am Ufer der Müglitz, verbracht. Nun, Jahrzehnte später und nachdem die Grenzen sich geöffnet haben, kehrt er an diesen Ort zurück - mit der vagen Idee, das Paradies aus der Kindheit zu kaufen. Doch während seiner heimlichen Anwesenheit in dem nun fast leerstehenden und ziemlich verkommenen Haus steigen bruchstückhaft Erinnerungen an die vergangenen Tage in ihm auf: an seine Großmutter und deren Schwestern, die etwas verschrobenen Großtanten, an seine Zwillingsschwestern, die ihn häufig aus ihren Spielen ausschlossen, an Cousin Konrad und an Ernst Maletzke, den hinkenden Sohn der Untermieter, den sie damals alle nur hänselten oder gleich ganz ignorierten. Ausgerechnet Ernst allerdings lebt nun, nach so vielen Jahren, noch immer im Haus, und er ist es, der Folke eine ganz andere Version der Vorgänge von damals gibt, vor allem aber interessante Geschichten über Folkes Mutter zu erzählen hat: Warum eigentlich war sie so erpicht darauf, jeden Sommer in die DDR zu kommen, und noch dazu ohne ihren Mann? Gabriele Weingartner legt mit Bleiweiß einen deutsch-deutschen Roman vor, der mit Leichtigkeit und Spannung von den dreißiger Jahren bis in die Gegenwart führt |
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